Gute Architektur ist ein Glücksgefühl


Die Architekten von gerner°gerner plus stehen hinter der Planung des Garden of Eden auf der Hohen Warte.

Ein Gespräch über das einzigartige Grundstück, einen Schmetterling und das Bauen in einem Paradies.

Wie kam es zu diesem Projekt?

Andreas Gerner: Wir wurden von der Invicta Privatstiftung zum Wettbewerb eingeladen. Invicta war uns selbstverständlich von anderen wundervollen Projekten wie dem Palais Ephrussi ein Begriff, doch welche Wiener Perle sie hier für uns hatte, konnten wir nicht ahnen.

Wie entstand die Idee zum Garden of Eden?

Andreas Gerner: Wir wurden zum Wettbewerb eingeladen und wussten erst gar nicht, welche Wiener Perle uns da erwartet. Nachdem wir das erste Mal das Grundstück betrachtet hatten, erkannten wir sofort, welches Paradies sich hier verbirgt.

Der Schmetterling steht für Leichtigkeit und kann überall in diesem Park landen. Seine Flügelschläge sollen sich in der Architektur wiederfinden.

Der Schmetterling steht für Leichtigkeit und kann überall in diesem Park landen. Seine Flügelschläge sollen sich in der Architektur wiederfinden.

Wir wollten unbedingt Teil dieses Projektes sein! Wir sahen diesen wunderbaren Baumbestand und uns war klar, dieser Park muss im Mittelpunkt unserer Planung stehen. Sogar ein Fuchs gab sich damals ein Stelldichein.

Wir begannen also über Baukörper nachzudenken, die sich in so einem Paradies wiederfinden könnten. Als Metapher kamen wir schließlich zur Form des Schmetterlings. Das war unser mentaler Zugang.

Uns war klar, hier ging es nicht um Häuser mit einem Park, sondern um einen Park, der diese Häuser mitunterstreicht. Unsere Begeisterung hat dann alle überzeugt.

Andreas Gerner

Von außen haben die fünf Baukörper durch den Baumbestand kein vis-à-vis. Jeder Bewohner hat seinen eigenen Schmetterling, der in Sachen Grundriss sehr flexibel gestaltet werden kann.

Von außen haben die fünf Baukörper durch den Baumbestand kein vis-à-vis. Jeder Bewohner hat seinen eigenen Schmetterling, der in Sachen Grundriss sehr flexibel gestaltet werden kann.

Und wie verlief dann die eigentliche Planung?

Andreas Gerner: Wir dachten nicht an eine Stadtvilla, an einen Kubus. Das erschien uns zu hart. Wir wollten etwas Philosophisches, Nachhaltiges, Intelligentes und Schönes, und da kam dann der Schmetterling auch formal zum Tragen.

Das Schöne ist, dass sich unsere Begeisterung nicht nur auf den Bauherren, sondern sogar auf die Behörde übertragen hat.

Nur als eines von vielen Beispielen: Es sollen da oben keine Autos das Bild beeinflussen und so wird nun ein schmaler Tunnel in das unterirdische Garagensystem führen, ohne dabei die Wurzeln der Bäume zu beschädigen. Wir haben schließlich eine Ausnahmegenehmigung bekommen, was man der Behörde hoch anrechnen muss.

Wie würden Sie jemandem das Projekt erklären, wenn Sie keinen Plan zur Hand hätten?

Andreas Gerner: Ich würde sagen, „Schließen Sie die Augen und denken Sie an schöne, gelbe Zitronenfalter, die sich in einem Park niedergelassen haben; und an ihre Leichtigkeit. So wirken auch die Baukörper.“

Gerda Maria Gerner: Das ist leicht… Denken Sie ans Paradies.

Das Aufgabengebiet von gerner°gerner plus reicht von privaten Projekten zu den Bereichen Öffentlich, Kultur, Industrie, Gewerbe, Tourismus und Gesundheit bis hin zum Städtebau und der Teilnahme an unterschiedlichsten Wettbewerben.

Das Aufgabengebiet von gerner°gerner plus reicht von privaten Projekten zu den Bereichen Öffentlich, Kultur, Industrie, Gewerbe, Tourismus und Gesundheit bis hin zum Städtebau und der Teilnahme an unterschiedlichsten Wettbewerben.

Noch ein Abschluss-Statement, was gute Architektur ausmacht?

Gerda Maria Gerner: Sich allumfassend und kompromisslos einer Vision hingeben.

Andreas Gerner: Glücksgefühl.

Gerda Maria Gerner: Und – auch wenn es jetzt etwas bürokratisch klingt – kooperative Behörden und Bauherren, die Visionen zulassen.

Gerda Maria und Andreas Gerner

Gerda Maria und Andreas Gerner

Gerda Maria Gerner stammt aus Raiding im Burgenland. Andreas Gerner ist in Seekirchen in Salzburg geboren. Beide studierten Architektur an der Technischen Universität in Wien.

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